2007-07-05

The Libby motion

Very entertaining article about Bush's commuting Libby's 30-month sentence. Apparently, the arguments Bush cites in justification of his move are of precisely the kind often given by defense lawyers and strongly opposed by Bush's own Justice Department. Experts expect a trend of lawyers drawing on Bush's arguments, creating a "Libby motion". Fun.

Kapitulation

Hübscher Artikel auf sueddeutsche.de über das Ende von Blumfeld und die Kapitulation von Tocotronic. Das schöne ist (unter anderem), dass der Autor Deutsch kann. Schon deshalb kann man sueddeutsche mal lesen, ...

Das Publikum will sich identifizieren, es will was auch immer hineinprojizieren in Liedtexte, Musik, Bands. Und es wird in deutscher Sprache ja prima bedient seit ein paar Jahren, nicht bloß von den Naidoos und all den anderen bestverkauften Nationalsinnstiftern.

... weil man dabei ab und zu einem Wort wie 'Nationalsinnstiftern' über den Weg laufen kann. Tag gerettet.

Ansonsten ist es schade um Blumfeld und für die Welt. Aber gut, man kann nicht alles haben.

Ach so, ja, und hiier kann man Kapitulation erwerben. Und ein 2:30 Video sehen, wenn man sonst nichts vor hat. Ganz dicht sind die Jungs ja auch nicht.

Imagine

Großartig. Man tue sich einmal den zweiten gestreamten Song auf dieser Seite hier rein. Er hat ja wohl Lack gesoffen. NB: der Tontraeger-Blog der Zeit, zu dem dieser Eintrag gehört, ist durchaus lesenswert, IMO.

Machtspiele

Unterhaltsamer Artikel über Rollen im Büro. Ich war ja nie länger im Inneren einer Firma von zweistelliger Angestelltenzahl, aber mir verfügbare Berichte aus erster Hand legen nahe, dass die Darstellung viel Wahres hat. Offenbar orientiert an diesem Buch (das ich mir bestimmt trotzdem nicht kaufe). Mit das lustigste am Artikel ist, dass er nicht mal zu sagen braucht, dass das Ganze außerordentlich bizarr ist.

UK Craziness

I have many nice things to say about the UK. Which is a good thing, especially cause I live there. Among them is a very agreeable kind of craziness. Here is an example for less agreeable kinds of craziness. Cameras in rubbish bags and tin cans? WTF?

Ealing council in west London said the hidden cameras would catch people committing "major envirocrimes".

This is a country where you have plastic bags and all sorts of packaging waste thrown at you. Where you get your milk exclusively in plastic bottles. But yeah, hide cameras in tin cans to prevent "major envirocrimes". Why have I never read about security company lobbying here? There is no other explanation, is there?

(via fefe)

Dementi

Schäuble will gar nicht neue Fingerabdrücke sammeln. Nur bereits gesammelte zentral verwalten. Klingt auch nicht gut, aber weniger schlimm. Lehre: Spiegel kann man gar nicht mehr zitieren.

Jagd auf Polizisten

Extrem witzig: 19-jähriger steigt spontan in ein Autorennen in der Stadt ein. Die Konkurrenten: Raser und ihn verfolgende Zivilbullen. Hahaha!

What a f*cking nutcase!

Der allseits geschätzte Innenminister hat mal wieder ganz tief reingelangt und fordert, von in Deutschland lebenden Ausländern (ohne Schweizer oder EU Pass) doch die Fingerabdrücke zentral zu speichern, im Ausländerzentralregister. Widerstand gibt es von anderen Ministerien und der SPD, es gebe verfassungsrechtliche Bedenken. No way!

Seriously!

Now this is diplomacy. Bush wollte beim G8-Gipfel Richtung Klimaschutz nichts Konkretes unterschreiben, was nicht auch für China gilt. Also nichts. Die Europäer waren mit der Formulierung "Wir ziehen eine Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 in Betracht" nicht zufrieden. Darauf Bush: machen wir ein "ernsthaft in Betracht ziehen" draus. Fand der Rest dann gleich gut. Are you kidding me?

Friendly Fire

Kürzlich frug ich, wie die USA die Hälfte ihrer Hubschrauber verloren haben, deren Verlust nicht feindlichem Feuer geschuldet war. Vielleicht dumme Frage.

Pay-Uni

Ich kann nicht sagen, ich wäre nachgerade begeistert von der Idee, Studenten in D zukünftig jedes Semester 500 € extra abzunehmen, das ist ne Menge Geld, die nicht jeder hat oder einfach mal so macht. Hier in England ist die Situation ja bekanntermaßen anders. Für ein Jahr an einer richtigen Uni zahle ich etwas über 4,500 €. (Also streng genommen nicht ich, sondern andere für mich, sonst wäre ich auch nicht hier.) Also um Faktor 4,5 mehr als was in D angedacht ist. (In Oxbridge zahlt man noch mehr, weil extra College-Gebühren erhoben werden.) Nun ist nicht zu bestreiten, dass sich ein Studium hier von einem typischen Studium in D sichtbar unterscheidet. In meinen bisherigen Seminaren waren wir mal 2, mal 3, und einmal sogar bald 10 Studenten. Das ist keine allzu unangenehme Situation. In D scheint es anders abzulaufen. Irgendwas ist falsch da. (Und nun auf zum Workshop, der mir sagt, wie ich mir auch einen PhD bezahlen lassen kann. Seriously.)

Schall und Rauch

Nun ist es womöglich auch in D bald vorbei, mit dem ungehemmten Nikotinkonsum in Gaststätten. (Wobei mir in diesem Artikel einige Details unklar bleiben: Schließt 'Gaststätte' jedwede Kneipe ein?) Damit fiele dann ein weiterer Grund weg, aus UK nach D zurückzukehren. (Hier (UK) darf man zur Zeit noch in den Pubs rauchen, nur nicht direkt an der Bar, zum Schutz des Personals. 2m von der Bar weg ist okay. WTF? Im Sommer ist aber auch damit Schluss.) Ich finde das ja eigentlich richtig mit dem Rauchverbot in öffentlichen Räumen -- mich stört der vorgeschriebene Rauchmelder in meinem Zimmer (in so ner Art Studentenwohnheim) viel mehr.

Black Hawk Down

US Military admits that they have lost a couple of helicopters due to 'some kind of ground fire'. Remarkable detail:

The US has lost more than 50 military helicopters in Iraq since May 2003 - about half of them to hostile fire.

How did they lose the other ones?

Spaß am Flughafen

Dass der 'Krieg gegen den Terror' partiell den Titel 'Terror gegen beliebige Bürger, vor allem wenn sie die Dreistigkeit besitzen, ein Flugzeug besteigen zu wollen' verdient, ist ja nichts Neues. Dieser Spiegel-Artikel hat trotzdem noch einen gewissen Unterhaltungswert, zumindest für Zyniker. Mittlerweile fühlt sich das Kontrollpersonal wohl selbst terrorisiert. Durch wen?

... Bundespolizisten, die Anweisungen gaben: Hier noch den Hemdkragen ein zweites Mal überprüfen, dort noch genauer die Naht der Jeanshose - vielleicht hat ja nicht die Niete den Pieps ausgelöst, sondern eine versteckte Patrone hinter der Niete. Und jeden Tag neue Einsatzbriefings befolgen: alle Gürtel rausnehmen, an der Wade nachfassen, zwischen den Zehen herumstochern, mehr Hand ans Geschlecht.

Es ist kein gutes Zeichen, wenn in solchen Dingen die Phantasie nicht mehr ausreicht um die Realität zu übertreffen.

Komisch auf etwas offensichtlichere Art und Weise: Flüssigkeiten aus nicht-EU Duty Free Shops gehen am Frankfurter Flughafen in die Mülltonne. Ein paar KontrolleurInnen konnten das wohl nicht mit ansehen und sollen sich selbst der armen Fläschchen erbarmt haben -- zum Preis ihres Jobs.

Dann wirds noch mal gruselig. Um kundenfreundlicher -- und weniger hirntot -- zu werden, wird von manchen ein Trusted Traveller Konzept angedacht. Wer öfter mal fliegt, kann sich einmal richtig nackig machen -- viz. biometrische Daten abgeben, etc. pp. -- und kommt dafür schneller durch die Kontrollen. Now that is better: Entweder Du gibst uns alle Daten, die wir je von Dir haben wollen könnten, oder Du lässt Dir weiter vom Sicherheitspersonal die Eier kraulen und verpasst jeden zweiten Flug, weil vor Dir in der Schlange jemand verdächtige Unterwäsche trägt. Oh und der Artikel hat noch drei teils ähnlich amüsante Fortsetzungen. Der letzte Teil ist am besten: Der allseits geschätzte Staatssekretär und Ex-BND-Chef August Hanning macht klar, wo er steht. Er mag die Vorstellung eines Trusted Traveller Programms nicht. Weil: '[W]o wollen Sie die Grenze ziehen? Alle Muslime ausschließen?'

Sowas ist toll für Sonntag morgen, sofern man einen stabilen Magen hat.

Ganz großes Kino

The Mars Volta ist eine Band, die ich schon seit längerem sehr schätze, nicht zuletzt weil sie offensichtlich einen Scheiß auf typische Hörgewohnheiten geben. Dabei sind sie sehr kreativ, technisch astrein, kurz: immens unterhaltsam. Ob mans allerdings mag oder nicht, man kann sich schon beim Hören des Verdachts nicht erwehren, dass sie auch alle nicht ganz dicht sind. Dieser Verdacht findet sich hier aufs Eindrucksvollste visuell bestätigt. Ganz großes Kino.